← Übersicht

#derimeter: Cyberangriff trifft niederländische Druckerei-Gruppe Simian

#derimeter: Cyberangriff trifft niederländische Druckerei-Gruppe Simian

Nach Bol.com und Bijenkorf trifft es erneut ein niederländisches Handelsunternehmen: Die Angriffsserie auf Consumer-Plattformen hält an. (Bild: Simian)

Der niederländische Druckereibetrieb Simian wurde Opfer eines Cyberangriffs, bei dem sensible Kundendaten in die Hände Unbefugter gelangten. Das Unternehmen reagierte umgehend mit der Einschaltung von Behörden und Sicherheitsexperten, nachdem eine Sicherheitslücke bei einem externen Dienstleister ausgenutzt wurde.

Der niederländische Druckereibetrieb Simian, zu dessen Portfolio bekannte Marken wie Reclameland, Drukland und Flyerzone gehören, wurde zum Ziel eines Cyberangriffs. Wie das Unternehmen bestätigte, verschafften sich Angreifer Zugriff auf Kundendaten. Simian, das seinen Hauptsitz in Groningen hat, bedient insgesamt rund 500.000 Kunden in den Niederlanden und Belgien [1].


Externe Sicherheitslücke als Einfallstor


Nach ersten Erkenntnissen des Unternehmens stammen die Sicherheitslücken nicht aus der eigenen IT-Infrastruktur. Stattdessen sei der Datenabfluss auf eine Schwachstelle bei einem externen Dienstleister zurückzuführen, die von den Angreifern für ihre Zwecke genutzt wurde [1]. Simian teilte mit, dass bei dem Vorfall E-Mail-Adressen und gehashte Passwörter aus den Kundendateien entwendet wurden [1].


Besonders kritisch ist der Umstand, dass bei einem kleineren Teil der Kunden auch Kreditkartendaten abgefangen wurden. Das Unternehmen betonte, dass die betroffenen Personen bereits individuell kontaktiert wurden, um sie über den Vorfall zu informieren und weitere Schäden zu verhindern [1].


Behörden und Sicherheitsexperten eingeschaltet


Auf den Vorfall reagierte die Geschäftsführung von Simian nach eigenen Angaben mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen. Der Datenabfluss wurde umgehend bei der niederländischen Datenschutzbehörde Autoriteit Persoonsgegevens (AP) gemeldet, um den regulatorischen Anforderungen bei derartigen Vorfällen nachzukommen [1]. Zudem wurde bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.


Um das volle Ausmaß des Angriffs zu ermitteln und die Lücke dauerhaft zu schließen, hat das Unternehmen eine spezialisierte Cybersecurity-Firma beauftragt. Diese soll forensisch klären, wie es zu dem Zugriff durch den externen Dienstleister kommen konnte und welche weiteren Schutzmaßnahmen notwendig sind [1].


Häufung von Cyber-Incidents


Der Angriff auf Simian fügt sich in eine längere Reihe von Cyber-Sicherheitsvorfällen bei niederländischen Unternehmen in den vergangenen Monaten ein. Erst kürzlich war der Logistikdienstleister CEVA Logistics von einem weitreichenden Hack betroffen, bei dem sensible Daten zahlreicher Kunden, darunter bei Unternehmen wie ING und Ajax, offengelegt wurden [1].


Lesen Sie auchCyberangriff auf Ceva Logistics stört Lieferketten in Europa


Zwar konnte Simian bestätigen, dass der eigene Vorfall nicht mit dem CEVA-Hack in Verbindung steht, doch die Häufung der Angriffe verdeutlicht die anhaltende Bedrohungslage für digitale Infrastrukturen in den Niederlanden. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf Unternehmen, auch die IT-Sicherheit ihrer Lieferketten und externen Partner strenger zu kontrollieren.