FAA ordnet Untersuchung an
Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat nach dem Erstflug des SpaceX Starship V3 ein Startverbot für die weltweit größte Rakete verhängt. Wie die Behörde am 27. Mai 2026 mitteilte, wurde der Flug vom 22. Mai als „Mishap“ – ein meldepflichtiger Zwischenfall – eingestuft. Bis zum Abschluss der Untersuchung darf das Raumschiff nicht wieder starten.
„Eine Wiederaufnahme der Flüge der Starship-Super-Heavy-Trägerrakete hängt davon ab, dass die FAA feststellt, dass kein System, kein Prozess und kein Verfahren, die mit dem Zwischenfall in Zusammenhang stehen, die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen“, erklärte die Behörde in ihrem Statement.
Was geschah beim Erstflug?
Das Starship V3 – mit über 124 Metern Höhe die größte jemals gebaute Rakete – absolvierte am 22. Mai 2026 seinen ersten Testflug von Boca Chica, Texas aus. Der Flug verlief in weiten Teilen erfolgreich: Die Oberstufe Starship wasserte planmäßig im Indischen Ozean. Probleme gab es jedoch bei der Rückkehr der Erststufe Super Heavy.
Laut SpaceX konnte der Booster zu Beginn des Abstiegs nicht alle Triebwerke zünden, weshalb diese vorzeitig abgeschaltet werden mussten. Ein erneuter Zündversuch kurz vor der geplanten Wasserung im Golf von Mexiko scheiterte offenbar ebenfalls. Die Folge: Der Booster schlug hart auf der Wasseroberfläche auf – von SpaceX selbst als „heavy splashdown“ bezeichnet.
Keine Verletzten, aber strenge Auflagen
Die FAA betonte, dass es keine Berichte über Verletzte oder Schäden an öffentlichem Eigentum gebe. Während des Vorfalls aktivierte die Behörde ein sogenanntes „Debris Response Area“ – ein Gebiet, in dem der Flugverkehr eingeschränkt wird. Es kam zu sechs Abflugverspätungen und fünf kurzzeitigen Warteschleifen, jedoch zu keinen Flugumleitungen.
Die Untersuchung wird von SpaceX selbst durchgeführt, jedoch von der FAA beaufsichtigt. Die Behörde muss den Abschlussbericht genehmigen, einschließlich aller darin identifizierten Korrekturmaßnahmen. Erst dann kann über eine Wiederaufnahme der Flüge entschieden werden.
Rückschlag für SpaceX' Mars-Ambitionen
Das Starship-Programm ist zentral für die ambitionierten Pläne von Elon Musks Raumfahrtunternehmen. Die Rakete soll künftig für Mondmissionen eingesetzt werden und langfristig Flüge zum Mars ermöglichen. Der Rückschlag kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Erst im Oktober 2025 hatte das Vorgängermodell Starship V2 mit Flug 11 einen erfolgreichen Test absolviert.
Die Geschichte des Starship-Programms ist von Rückschlägen geprägt. Bereits beim allerersten Start im April 2023 explodierte die Rakete wenige Minuten nach dem Abheben. Auch spätere Flüge endeten teilweise mit Anomalien. SpaceX verfolgt dabei eine Philosophie des schnellen Testens und Iterierens – ein Ansatz, der nun erneut von der FAA ausgebremst wird.
Wie lange das Startverbot bestehen bleibt, ist derzeit unklar. Die Dauer der Untersuchung hängt von der Komplexität der technischen Ursachen ab. SpaceX hat noch keine öffentliche Stellungnahme zum Zeitplan abgegeben.