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#derimeter: KI-gestützte Cyberangriffe: Wenn Browser-Berechtigungen zum Sicherheitsrisiko werden

#derimeter: KI-gestützte Cyberangriffe: Wenn Browser-Berechtigungen zum Sicherheitsrisiko werden

Browser-Extensions erhöhen den Funktionsumfang des Browsers – können aber ebenso Angreifern den Weg in Unternehmensnetzwerke ebnen.

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Generation KI-generierter Schadsoftware, die legitime Browser-Funktionen für Ransomware-Angriffe auf Android-Geräte nutzt.

Browser-Extensions erhöhen den Funktionsumfang des Browsers – können aber ebenso Angreifern den Weg in Unternehmensnetzwerke ebnen.
Browser-Extensions erhöhen den Funktionsumfang des Browsers – können aber ebenso Angreifern den Weg in Unternehmensnetzwerke ebnen.

Die Landschaft der Cybersicherheit steht vor einem fundamentalen Wandel. Sicherheitsforscher von Check Point haben einen Vorfall dokumentiert, bei dem KI-Modelle – konkret DeepSeek – dazu genutzt wurden, eine theoretische Schwachstelle in eine funktionierende Angriffsmethode zu übersetzen [1]. Dabei wurde eine Schadsoftware-Probe, die auf den Namen "InfernoGrabber 9000" getauft wurde, identifiziert, die Android-Geräte über den Browser angreifen kann, ohne dass der Nutzer eine externe Anwendung installieren muss [1].


Die Schwachstelle: Vertrauen in den Browser ausnutzen


Der Angriff nutzt eine legitime Funktion moderner Webbrowser: die File System Access API. Diese Schnittstelle erlaubt es Webanwendungen unter bestimmten Bedingungen, auf lokale Dateien zuzugreifen – eine Funktion, die eigentlich zur Steigerung der Produktivität gedacht ist [1]. Die Angreifer tarnen ihre Schadsoftware dabei als vermeintlich hilfreiche KI-gestützte Foto-Optimierungstools.


Die Gefahr besteht in der Manipulation der Nutzerwahrnehmung durch manipulierte Berechtigungsanfragen. Ein Nutzer, der lediglich ein Foto bearbeiten möchte, erteilt dem Browser über eine einzige, täuschend echt wirkende Aufforderung weitreichende Zugriffsrechte auf das DCIM-Verzeichnis des Android-Smartphones [1]. Damit erhält die Schadsoftware Zugriff auf persönliche Bilder, eingescannte Dokumente und sensible Screenshots, ohne dass der Nutzer den Umfang des Zugriffs erkennt.


Geringe Eintrittsbarrieren für Cyberkriminelle


Besonders alarmierend ist laut der Untersuchung die Leichtigkeit, mit der diese Angriffskette implementiert werden kann. "Es ist kaum Aufwand erforderlich. Fachkenntnisse auf niedrigem Niveau sind ausreichend", erklärt Pedro Drimel Neto, Leiter des Malware-Analyse-Teams bei Check Point [1]. Die KI-Modelle agieren hierbei als Katalysator: Sie verbinden theoretisch bekannte Sicherheitsrisiken, die in der Forschung bereits diskutiert wurden, zu einer praxisnahen Angriffsstruktur, ohne dass der menschliche Angreifer über tiefgehendes technisches Expertenwissen verfügen muss [1] [2].


Obwohl die spezifische Schadsoftware "InfernoGrabber 9000" in ihrer ursprünglichen Form unvollständig war, belegen Tests der Sicherheitsforscher, dass der Proof-of-Concept auf Geräten mit aktuellen Browser-Versionen wie Chrome 148 voll funktionsfähig war [1]. Dies verdeutlicht, dass die Gefahr nicht in einem Einzelfall liegt, sondern in einer systematischen Ausnutzung von Standard-Browser-Features durch KI-gestützte Methoden.


Ein notwendiger Paradigmenwechsel in der Sicherheit


Bisher galt die Installation einer .apk-Datei unter Android als das primäre Einfallstor für Schadsoftware. Nun müssen Nutzer und Organisationen lernen, dass auch Browser – und insbesondere die Interaktion mit Berechtigungs-Popups – ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt.


Die Experten von Check Point betonen, dass Unternehmen und Privatanwender jeden Berechtigungshinweis im Browser als eine kritische Sicherheitsentscheidung bewerten müssen. Ein routinemäßiger Klick auf "Zulassen" kann heute ausreichen, um einem Angreifer die Kontrolle über sensible persönliche Daten zu überlassen [1]. Während die technologische Entwicklung von KI-Modellen stetig voranschreitet, bleibt das menschliche Bewusstsein für digitale Privatsphäre das wichtigste Glied in der Verteidigungskette.