Das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wurde Opfer eines Cyberangriffs, bei dem etwa 200 Benutzerkonten über eine Sicherheitslücke in SharePoint kompromittiert wurden. Die Behörde reagierte umgehend mit der Sperrung externer Zugriffe und der Einleitung technischer Sicherheitsmaßnahmen, während die Untersuchungen zur Reichweite des Vorfalls andauern.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden. Bei der Attacke auf die SharePoint-Server der Behörde wurden die Anmeldedaten von rund 200 Nutzer- und technischen Konten kompromittiert [1]. Als unmittelbare Reaktion auf den Vorfall hat das BIT den Internetzugriff für externe Nutzer auf die betroffenen Systeme vorsorglich unterbunden.
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Ablauf und Sicherheitslücke
Den Ermittlungen zufolge nutzten die Angreifer Schwachstellen in der Microsoft-SharePoint-Software aus, um sich unbefugten Zugriff zu verschaffen [1]. Microsoft hatte bereits Mitte Juli 2026 auf diese Sicherheitslücken hingewiesen. Das BIT betrieb die betroffenen Server in eigenen Rechenzentren und gab an, unmittelbar nach Bekanntwerden der Sicherheitswarnungen mit der Installation der entsprechenden Updates begonnen zu haben [1].
Die Entdeckung der Kompromittierung erfolgte am 31. Juli im Rahmen einer Sicherheitsanalyse. Das BIT reagierte darauf, indem die Passwörter der betroffenen Konten sofort zurückgesetzt wurden [1]. Bisher liegen laut der Behörde keine Erkenntnisse über einen darüber hinausgehenden Datenabfluss vor, wenngleich die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) und Microsoft noch andauern [1].
Vorsorgliche Maßnahmen
Um weitere Risiken auszuschließen, hat das BIT damit begonnen, die betroffenen SharePoint-Server vollständig neu aufzusetzen [1]. Der externe Zugriff über das Internet bleibt so lange blockiert, bis diese Arbeiten abgeschlossen sind. Die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung können ihre Dokumente weiterhin über alternative Kanäle bearbeiten und austauschen [1]. Nach offiziellen Angaben des BIT ist die Speicherung von besonders vertraulichen Informationen oder sensiblen personenbezogenen Daten auf der SharePoint-Plattform nicht gestattet, was die Schadenshöhe begrenzen dürfte [1].
Kontext: Zunehmender Druck auf kritische Infrastrukturen
Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohungslage für öffentliche Verwaltungen und kritische Infrastrukturen. Allein im vergangenen Jahr registrierte das NCSC 28 Cyberangriffe auf die Bundesverwaltung; insgesamt wurden 325 Angriffe auf kritische Infrastrukturen in der Schweiz gemeldet [1]. Dabei ist etwa jeder vierte Vorfall gegen eine öffentliche Verwaltung gerichtet.
In der Vergangenheit sorgte insbesondere der Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag im Herbst 2025 für Aufsehen, bei dem die Hacker-Gruppe Akira Unternehmensdaten stahl und Lösegeld forderte [1]. Der aktuelle Fall beim BIT reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die zeigen, dass auch staatliche Einrichtungen trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen permanenten Risiken ausgesetzt sind und eine schnelle Reaktion auf Software-Schwachstellen für den Schutz kritischer Systeme essenziell ist [1].