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#derimeter: Uber Freight bestätigt Cyberangriff – Helix behauptet Diebstahl von fast einer Million Dateien

#derimeter: Uber Freight bestätigt Cyberangriff – Helix behauptet Diebstahl von fast einer Million Dateien

Digitale Frachtplattformen bündeln sensible Lieferkettendaten – und werden damit zum Ziel von Cyberkriminellen (Symbolbild)

Uber Freight, die Logistiksparte des Fahrdienstkonzerns Uber, hat einen unbefugten Zugriff auf Teile seiner Systeme bestätigt. Die Hackergruppe Helix behauptet, dabei fast eine Million Dateien erbeutet zu haben – darunter E-Mail-Konten von Beschäftigten, Daten aus Microsoft OneDrive und Abrechnungsunterlagen. Der Fall zeigt, warum digitale Frachtplattformen zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten.

Das Unternehmen erklärte gegenüber FreightWaves, der Vorfall sei erkannt, eingedämmt und beseitigt worden; zudem seien US-Bundesbehörden eingeschaltet worden [2]. Der Geschäftsbetrieb sei ungestört geblieben, die Systeme seien wieder sicher und vollständig funktionsfähig [2]. Den von Helix behaupteten Umfang des Datendiebstahls hat Uber Freight bislang weder bestätigt noch widerlegt [1] [2].


Was das Unternehmen offiziell bestätigt


Uber Freight räumte ein, dass Unbefugte auf einen Teil seiner Systeme und Datenbestände zugegriffen haben [1] [2]. Ein Sprecher sagte gegenüber FreightWaves wörtlich: "Der Vorfall wurde erkannt, eingedämmt und beseitigt" [2]. Zugleich habe man "umgehend die Bundesstrafverfolgungsbehörden eingeschaltet" [2]. Zu möglichen betroffenen Daten von Kunden, Frachtführern, Mitarbeitenden oder Lieferanten machte das Unternehmen keine Angaben [1] [2].


Offen bleibt damit, welche Informationen tatsächlich abgeflossen sind. Uber Freight hat weder die Echtheit der von Helix veröffentlichten Dateien verifiziert noch mitgeteilt, welche Datenbestände betroffen sein könnten [1] [2]. Auch die Einbruchsmethode ist bislang unbekannt [1] [2].


Die Behauptungen der Gruppe Helix


Die Hackergruppe Helix führt Uber Freight auf einer Website zur Veröffentlichung gestohlener Daten und gibt an, nahezu eine Million Dateien kopiert zu haben [1]. Dazu sollen E-Mail-Konten von Beschäftigten, Daten aus Microsoft OneDrive sowie Unterlagen zur Abrechnung (Accounts Receivable) gehören [1] [2]. Helix listete das Unternehmen am 6. August auf ihrer Leak-Site [2].


Unabhängig belegt ist dieser Umfang bislang nicht. Weder hat Helix einen belastbaren Nachweis über die Authentizität der Dateien vorgelegt, noch hat Uber Freight die Beschreibung des Materials bestätigt [1] [2]. Der Fall reiht sich damit in eine Serie von Angriffen ein, die Helix in den vergangenen Wochen zugeschrieben werden [3].


Helix und die von Google verfolgte Gruppe UNC6671


Die Threat Intelligence Group von Google ordnet die Aktivitäten von Helix einem größeren Komplex verwandter Cybercrime-Operationen zu, der unter der Bezeichnung UNC6671 verfolgt wird [1] [2]. Nach Einschätzung der Forscher wurden dieselbe Infrastruktur und ähnliche Vorgehensweisen auch mit Bezeichnungen wie Redact, Pink und Falcon sowie früher mit BlackFile in Verbindung gebracht [1].


Eine zentrale Methode der Gruppe ist Vishing, also telefonisches Phishing [1] [2]. Die Angreifer geben sich demnach als IT-Mitarbeitende des Unternehmens aus und setzen ihre Gesprächspartner unter Zeitdruck, indem sie eine dringende Sicherheitsprüfung des Kontos ankündigen [1]. Anschließend werden die Betroffenen auf eine gefälschte Anmeldeseite geleitet, die dem internen Unternehmensportal nachempfunden ist [1].


Laut Google geht es den Tätern nicht nur um Benutzernamen und Passwörter, sondern auch um Informationen, mit denen sich Schutzmechanismen der Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgehen lassen [1] [2]. Ist ein Konto erst kompromittiert, können Kriminelle Daten aus geschäftlich genutzten Cloud-Diensten wie Microsoft 365 herunterladen [1].


Besonders auffällig ist der Bezug zum Transportsektor: Google-Forscher berichteten im Juni 2026 von einem wachsenden Interesse der Gruppe an großen Unternehmen aus den Bereichen Transport, Technologie und Hotellerie [1] [2]. Uber Freight wurde von Google allerdings nicht als bestätigtes Opfer eines konkreten UNC6671-Angriffs genannt [1] [2].


Warum digitale Frachtplattformen zum Ziel werden


Der Fall ist für die Transport- und Logistikbranche besonders relevant, weil moderne Frachtplattformen große Mengen betrieblicher Informationen bündeln [1]. In ihren Datenbanken können Transportaufträge, Angaben zu Frachtführern, Routen, Frachtraten, Zahlungen, Rechnungen, Lade- und Lieferorte sowie die Kommunikation zwischen Partnern der Lieferkette gespeichert sein [1].


Das Risiko beschränkt sich nicht auf verschlüsselte Systeme oder einen vorübergehenden Betriebsausfall. Gestohlene Daten können gezielten Betrug erheblich erleichtern – etwa indem sich Täter als Geschäftspartner ausgeben, Phishing-Angriffe glaubwürdiger gestalten, Zahlungen umleiten oder versuchen, die Kontrolle über Transporte zu übernehmen [1]. Für Angreifer kann es wertvoller sein zu wissen, welcher Frachtführer eine bestimmte Ladung transportiert, wo sie startet und wann sie eintreffen soll, als direkten Zugriff auf die zugrunde liegende IT-Infrastruktur zu erhalten [1].


In der Branche gibt es bereits Probleme mit Ladungsdiebstahl, dem Missbrauch der Identität von Frachtführern, gefälschten Transportaufträgen, Phishing und Zahlungsbetrug [1]. Nach einem Datenleck lassen sich solche Betrugsversuche deutlich überzeugender vorbereiten – mit echter Geschäftskorrespondenz, Namen von Mitarbeitenden, Auftragshistorien und Dokumentvorlagen können Täter glaubwürdiger den Eindruck erwecken, ein legitimer Geschäftspartner zu sein [1].


Auch MFA schützt nicht automatisch vor Phishing


Google empfiehlt Unternehmen, moderne Anmeldeverfahren einzusetzen, die gegen gängige Phishing-Angriffe widerstandsfähiger sind – etwa Lösungen auf Basis von FIDO2 und Passkeys [1]. Zusätzlich sollten Zugriffe von nicht vertrauenswürdigen Geräten und Netzwerken eingeschränkt und Anmeldungen bei Cloud-Diensten genauer überwacht werden [1]. Ebenso wichtig ist die Schulung der Belegschaft: Ein Angriff muss nicht mit einer technisch ausgefeilten Schwachstelle beginnen, sondern kann durch einen einzigen Anruf ausgelöst werden, bei dem sich jemand als IT-Mitarbeitender ausgibt [1].


Der Vorfall bei Uber Freight belegt nicht, dass jede von den Hackern genannte Datei tatsächlich entwendet wurde [1]. Er zeigt jedoch, welchen Wert die in modernen Transportmanagementsystemen gespeicherten Informationen für Kriminelle haben können. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr nur, ob Systeme angegriffen werden können – sondern was ein Täter mit Zugriff auf Informationen über Transporte anfangen könnte [1].