Ein IT-Sicherheitsvorfall bei einem externen Dienstleister sorgt in Berlin für Beunruhigung: Wie Stromnetz Berlin bestätigt, wurden beim Service-Partner Enseco GmbH Daten von 135.000 Kunden kompromittiert. Der Netzbetreiber warnt nun vorsorglich vor möglichen Betrugsversuchen und gibt Hinweise zum Schutz.
Datenabfluss bei Enseco: Stromnetz Berlin warnt 135.000 Kunden
Ein schwerwiegender IT-Sicherheitsvorfall bei einem externen Dienstleister trifft das Berliner Energienetz. Wie Stromnetz Berlin bekannt gab, kam es bei der Enseco GmbH, einem Partnerunternehmen für Zählermontagen, im Juni 2026 zu einem Cyberangriff. Dabei gelangten Unbefugte an personenbezogene Informationen einer großen Anzahl von Kundinnen und Kunden [1].
Welche Daten sind betroffen?
Betroffen sind nach Angaben des Netzbetreibers insgesamt 135.000 Kundinnen und Kunden im Berliner Stadtgebiet. Nach aktuellem Ermittlungsstand umfasst der Datensatz Informationen, die für die Planung und Dokumentation von Zählerwechseln notwendig sind. Im Detail handelt es sich dabei um:
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Namen und Anschriften der betroffenen Personen
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Die jeweilige Stromzählernummer
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Dokumentierte Zählerstände
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Fotos der Stromzähler
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Korrespondenzinhalte, die im Zuge von Terminvereinbarungen oder Montageberichten angefallen sind
Entwarnung konnte Stromnetz Berlin hingegen bei hochsensiblen Finanzdaten geben. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien weder Bank- oder Zahlungsdaten noch Verbrauchsdaten oder persönliche Zugangsdaten zu Online-Portalen in die Hände der Angreifer gelangt [1].
Aufklärung und Schutzmaßnahmen
Der Vorfall ereignete sich bereits im Juni 2026, wurde jedoch erst jetzt im Zuge der laufenden Untersuchungen öffentlich thematisiert. Stromnetz Berlin arbeitet derzeit gemeinsam mit dem betroffenen Service-Partner und spezialisierten IT-Sicherheitsexperten an einer vollständigen Aufklärung des Angriffsvektors. Zudem wurden die zuständigen Behörden über den Vorfall in Kenntnis gesetzt [1].
Obwohl bislang keine Hinweise darauf vorliegen, dass die abgeflossenen Daten bereits aktiv veröffentlicht oder für Betrugsdelikte genutzt wurden, stuft das Unternehmen das Risiko als ernst ein. Ein künftiger Missbrauch der Informationen, etwa für Phishing-Versuche oder Identitätstäuschungen, könne nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Vorsicht bei verdächtigen Kontakten
Stromnetz Berlin rät allen betroffenen Kundinnen und Kunden zu erhöhter Wachsamkeit. Besonders im Hinblick auf angebliche Service-Termine oder telefonische Kontaktversuche sollten Verbraucher skeptisch bleiben. Monteure des Unternehmens können sich grundsätzlich mit einem offiziellen Dienstausweis legitimieren. Bei Unsicherheiten wird dringend dazu geraten, Identitäten über die offiziell bekannten Kontaktwege von Stromnetz Berlin zu verifizieren, anstatt auf unaufgeforderte Anrufe oder E-Mails einzugehen. Sollten Kunden Anzeichen für einen Betrugsversuch feststellen, wird empfohlen, umgehend die Polizei zu verständigen.
Die zunehmende Vernetzung bei der Wartung kritischer Infrastrukturen macht Dienstleister in der Lieferkette immer häufiger zum Ziel digitaler Angriffe. Für Stromnetz Berlin unterstreicht dieser Vorfall die Notwendigkeit, auch bei externen Partnern strengste IT-Sicherheitsstandards durchzusetzen, um das Vertrauen der Berliner Verbraucher in die Integrität ihrer Daten zu schützen.