Der E-Scooter-Anbieter Ryde ist Ziel eines Cyberangriffs geworden, bei dem Daten aus sämtlichen Kundenkonten kopiert wurden. Bis zu 4,5 Millionen Accounts in Europa sind betroffen, was nun zu einer erhöhten Warnung vor gezielten Phishing-Versuchen führt.
Der E-Scooter-Anbieter Ryde wurde Opfer eines großflächigen Cyberangriffs. Wie das Unternehmen bestätigte, verschafften sich Unbekannte unbefugten Zugriff auf die IT-Systeme und kopierten dabei Daten aus sämtlichen Kundenkonten [1]. Von dem Datenleck sind nach Berichten, auf die sich Cybernews bezieht, schätzungsweise bis zu 4,5 Millionen Accounts in Deutschland, Norwegen, Schweden und Finnland betroffen [1].
Umfang des Datenabflusses
Nach ersten Erkenntnissen des Unternehmens variieren die betroffenen Informationen je nach Kundenkonto. Zu den entwendeten Datensätzen zählen Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten sowie Informationen zu Fahrten, Käufen und Gebühren [1]. Besonders sensibel ist der Abfluss von Zahlungsinformationen: Den Betroffenen wurden die ersten sechs sowie die letzten vier Ziffern ihrer hinterlegten Zahlungskarten entwendet [1].
Ryde betont in einer ersten Stellungnahme, dass keine vollständigen Kreditkartennummern bei dem Anbieter selbst gespeichert werden, sondern beim zuständigen Zahlungsdienstleister verbleiben. Daher sei eine sofortige Kartensperrung für Nutzer nach aktuellem Kenntnisstand nicht erforderlich [1]. Auch konkrete Fahrverlaufsdaten und Standortinformationen der Kunden sollen nach Angaben des Unternehmens nicht Teil des Abflusses gewesen sein [1].
Reaktion und Risiken
Der unbefugte Zugriff wurde nach Unternehmensangaben in der Nacht zum 2. August entdeckt, woraufhin die betroffenen Systeme umgehend blockiert wurden [1]. Ryde hat die zuständigen Behörden, darunter die norwegische Datenschutzbehörde Datatilsynet sowie die Polizei, über den Vorfall informiert. Die Untersuchung des genauen Hergangs und der vollständigen Dimension des Vorfalls dauert an [1].
Experten warnen vor einem deutlich erhöhten Phishing-Risiko für die betroffenen Kunden. Da den Angreifern reale Zahlungsdaten, Beträge und Kartenteile vorliegen, können sie besonders glaubwürdige und personalisierte Nachrichten erstellen, um Nutzer zu täuschen [1].
Ausblick für Nutzer
Das Unternehmen hat angekündigt, die betroffenen Kunden direkt zu benachrichtigen [1]. Kunden sollten dennoch proaktiv vorsichtig agieren: Seriöse Unternehmen oder Banken fordern in der Regel keine Passwörter, Einmalcodes, BankID-Zugangsdaten oder vollständige Zahlungsinformationen per SMS, Telefon oder E-Mail an [1]. Es empfiehlt sich, Nachrichten, die auf den Vorfall Bezug nehmen, genau zu prüfen und keine Anhänge oder Links in unerwarteten Nachrichten zu öffnen.