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#derimeter: Cyberangriff auf Berliner Landesnetz: Zwei Senatsverwaltungen isoliert

#derimeter: Cyberangriff auf Berliner Landesnetz: Zwei Senatsverwaltungen isoliert

Ein Cyberangriff hat Teile der Berliner Senatsverwaltung getroffen. Wie groß der Schaden ist und wer hinter dem Angriff steckt, ist derzeit noch unklar.

Auf das Berliner Landesnetz ist ein Cyberangriff erfolgt. Die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie für Mobilität und Verkehr wurden aus Sicherheitsgründen vom Netz getrennt. LKA, Staatsanwaltschaft und BSI ermitteln – ob sensible Daten abgeflossen sind, ist bislang unklar.

Die Berliner Verwaltung ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Wie die Senatskanzlei am Montag mitteilte, wurde im Rahmen forensischer Untersuchungen eine „Inkriminierung des Landesnetzes“ festgestellt [1] [3]. Betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Beide Häuser wurden bereits am Freitag aus Sicherheitsgründen vom Landesnetz isoliert, um weiteren Schaden abzuwenden [1] [3]. Ob der Angriff selbst am Freitag erfolgte oder lediglich an diesem Tag entdeckt wurde, ließ die Senatskanzlei offen [2].


Ermittlungen von LKA, Staatsanwaltschaft und BSI


Nach Angaben der Senatskanzlei sind das Landeskriminalamt (LKA), die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in den Fall eingebunden [1] [3]. Wegen des Vorfalls wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte [1].


Die Behörden halten sich mit Details bewusst zurück. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren konkreten Informationen zu Ausmaß und Hintergründen gegeben werden“, teilte der Senat mit [1] [3]. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unbekannt [2].


Notfallkrisenstab koordiniert die Absicherung


Zur Bewältigung des Vorfalls wurde ein IKT-Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit des Landes Berlin eingerichtet [1] [3]. Er koordiniert die weiteren Absicherungsmaßnahmen und die laufenden forensischen Untersuchungen. „Die Sicherheit des Landesnetzes hat dabei oberste Priorität“, heißt es aus der Senatskanzlei [1].


Was bislang über Ausmaß und Datenabfluss bekannt ist


Über das konkrete Ausmaß des Angriffs gibt es widersprüchliche Angaben. Die Senatskanzlei bestätigte dem rbb inzwischen, dass sie nach ersten Untersuchungen von einem „Hackerangriff“ ausgeht – ein Begriff, der in der offiziellen Pressemitteilung vom Nachmittag nicht gefallen war [2].


Nach rbb-Informationen sind beide Senatsverwaltungen seit Freitagabend komplett vom Internet abgeschnitten; die Kommunikation sei seither nur noch per Telefon möglich [2]. Berlins Chief Digital Officer Florian Hauer geht von einem externen Angriff aus, bei dem nach rbb-Informationen auch sensible Daten abgeflossen sind. Aus Behördenkreisen ist von „zum Teil sehr sensiblen Daten“ die Rede [2]. Die Senatskanzlei selbst antwortete auf die Frage nach einem Datenabfluss zunächst nur: „Die Untersuchungen dauern noch an“ [2].


Laut Senatskanzlei sind die beiden betroffenen Verwaltungen „arbeitsfähig“ – nach rbb-Informationen können die Beschäftigten allerdings nicht auf ihre normalen Arbeitssysteme zugreifen [2].


Schwachstelle im IT-Betrieb, Kritik an der Zentralisierung


Wie der rbb erfuhr, nutzten die Angreifer offenbar eine Schwachstelle im IT-Betrieb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, um das Landesnetz zu attackieren. Für die Lücke war nach rbb-Informationen nicht der landeseigene IT-Dienstleister ITDZ verantwortlich [2]. Die beiden betroffenen Verwaltungen teilen sich demnach einen Teil ihrer IT und betreiben ihren Bereich des Landesnetzes in eigener Verantwortung abseits des ITDZ [2].


Genau daran entzündet sich politische Kritik. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller monierte Versäumnisse bei der IT-Zentralisierung und will den Sicherheitsvorfall am kommenden Montag im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses besprechen. Er fordert unter anderem Auskunft darüber, welche Sicherheitslücke es gab, ob sich daraus Risiken für andere Akteure im Landesnetz ergeben und welche Daten abgeflossen sind [2].


Ein Netz, das die Hauptstadt verbindet


Das Berliner Landesnetz (BeLa) ist ein sicheres Hochgeschwindigkeits-Datennetz für die Berliner Verwaltung. Es verbindet rund 600 behördliche und öffentliche Standorte über ein unterirdisches Glasfasernetz und wird vom ITDZ Berlin betrieben [2]. Neben den Senatsverwaltungen sind unter anderem auch Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser angeschlossen [2].


Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen auf öffentliche Einrichtungen in Deutschland ein. Erst im Juli war die Stadtverwaltung Wriezen in Brandenburg von einem Angriff betroffen [2]. Für Berlin kommt der Fall zu einem heiklen Zeitpunkt: Erst im August 2025 waren persönliche Daten von Justizsenatorin Felor Badenberg bei einem gezielten Angriff erbeutet worden – ein Fall, der die Debatte über die IT-Sicherheit der Berliner Behörden bereits angeheizt hatte.


Wie groß der Schaden des aktuellen Angriffs ist und ob die Angreifer tatsächlich sensible Daten abgreifen konnten, wird sich erst im Zuge der laufenden Ermittlungen klären. Die Senatskanzlei kündigte an, die Absicherung des Landesnetzes mit Hochdruck voranzutreiben [3].