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#derimeter: Cyberangriff auf AK: Daten von 270.000 Salzburger Mitgliedern gefährdet

#derimeter: Cyberangriff auf AK: Daten von 270.000 Salzburger Mitgliedern gefährdet

Nach dem Cyberangriff auf die AK Oberösterreich könnten auch Salzburger Mitgliederdaten betroffen sein (Foto: Volker Weihbold)

Der Cyberangriff auf die Arbeiterkammer Oberösterreich weitet sich aus: Weil die AK Salzburg ein gemeinsames Mitgliederverwaltungssystem nutzt, könnten auch Daten von rund 270.000 Salzburger Mitgliedern in die Hände der Angreifer gelangt sein. Die AK betont, selbst nicht Ziel des Angriffs gewesen zu sein, und warnt vor betrügerischen Nachrichten.

Der Hackerangriff auf die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hat sich auf das Nachbarbundesland ausgeweitet. Nach Angaben der AK Salzburg könnten bei dem Angriff, der am Montag, 10. August, die IT-Systeme der Linzer Zentrale lahmlegte, auch Daten von rund 270.000 Salzburger AK-Mitgliedern abgegriffen worden sein [1]. Die AK Salzburg selbst sei nicht direkt Ziel der Attacke gewesen, betonte Direktorin Eva Stöckl – die Gefahr entstehe über ein gemeinsames Mitgliederverwaltungssystem.


Gemeinsames System als Einfallstor


Die AK Salzburg nutzt für die Verwaltung ihrer Mitglieder ein gemeinsames System mit der AK Oberösterreich. Aus Effizienzgründen übernimmt die AK OÖ dabei bestimmte Datenverarbeitungen für die Salzburger Schwesterorganisation. Genau in diesem Zuge könnte es zu einem Zugriff auf Salzburger Mitgliederdaten gekommen sein, erklärte Stöckl gegenüber dem ORF [1].


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„Es gibt kein Datenleck in der AK Salzburg“, stellte die Direktorin klar. „Möglicherweise betroffen sind jedoch Salzburger Mitgliederdaten, die durch die AK Oberösterreich für das gemeinsame Mitgliederverwaltungssystem verarbeitet wurden“ [2]. Die Systeme der AK Salzburg seien zu keinem Zeitpunkt Ziel der Angriffe gewesen, die darauf befindlichen Daten seien sicher [2].


Welche Daten betroffen sein könnten


Nach Angaben der AK Salzburg umfassen die möglicherweise betroffenen Datensätze Namen, Adressen, Geburtsdatum, die Sozialversicherungsnummer sowie den Betrieb des jeweiligen Mitglieds [1] [2]. Nicht betroffen seien dagegen Gehalts- oder Bankdaten, E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern [1].


Telefonnummern und E-Mail-Adressen würden von der AK Salzburg nur bei direkter Kontaktaufnahme durch die Mitglieder gespeichert und in einer separaten Datenbank geführt, erläuterte Stöckl [2]. Das Ausmaß des Datenabgriffs lässt sich derzeit allerdings nicht beziffern: Wegen einer gezielten Spurenverwischung durch die Angreifer könne nicht festgestellt werden, ob und in welchem Umfang die Datensätze tatsächlich betroffen sind [1] [3].


Reaktion von AK und Behörden


Die mögliche Datenschutzverletzung wurde bereits an die zuständige Datenschutzbehörde gemeldet [2]. Die AK kündigte an, die möglicherweise betroffenen Mitglieder in den kommenden Tagen per Post zu informieren – ein Schritt, den die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Artikel 34 bei einem voraussichtlich hohen Risiko für die Betroffenen vorsieht [4].


Für Fragen wurden eine eigene Hotline und eine E-Mail-Adresse eingerichtet [1]. Die AK Oberösterreich hatte bereits zuvor ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft und in der Linzer Zentrale rund 600 Mitarbeiter-Laptops eingezogen sowie eine „Parallelstruktur“ aufgebaut, um den Betrieb aufrechtzuerhalten [4]. Wann der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist nach Angaben von AK-OÖ-Direktorin Andrea Heimberger derzeit noch ungewiss [3].


Warnung vor Phishing und Betrug


Die AK empfiehlt ihren Mitgliedern, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam zu sein. Kriminelle könnten versuchen, über die erlangten postalischen Adressen an weitere Daten wie Bankverbindungen oder Telefonnummern zu gelangen [2]. Die AK warnt ausdrücklich vor betrügerischen Nachrichten, die vorgeben, von der Arbeiterkammer zu stammen.


„Egal ob per SMS, WhatsApp oder per E-Mail – wenn jemand eine Nachricht von der Arbeiterkammer erhält, dann sollen die Mitglieder vorsichtig sein. Wir machen derzeit keine Gewinnspiele, wir stellen keine Zahlungen in Aussicht“, sagte Heimberger [3]. Auch die AK Salzburg betont: „Die Arbeiterkammer Salzburg sendet niemals Schreiben aus, in denen sie um Ergänzung von persönlichen Daten ersucht. Wir kontaktieren unsere Mitglieder aktuell auch nicht zu etwaigen Auszahlungen von Bonusaktionen, Gewinnspielen oder Ähnlichem“ [2].


Einordnung: Interessenvertretungen als Ziel


Der Angriff auf die Arbeiterkammer reiht sich in eine Serie von Cyberattacken auf öffentliche Einrichtungen und Interessenvertretungen in Österreich ein. Für die Betroffenen ist vor allem die Frage zentral, wie die gestohlenen Daten später verwendet werden könnten – etwa für gezielte Phishing-Angriffe oder Identitätsbetrug. Die Kombination aus Name, Adresse und Sozialversicherungsnummer ist für Kriminelle ein wertvolles Ausgangsmaterial, auch wenn Bank- und Kontodaten nicht betroffen sind.


Für die rund 270.000 Salzburger AK-Mitglieder bleibt zunächst die Empfehlung der Kammer: aufmerksam bleiben, ungewöhnliche Schreiben und Nachrichten kritisch prüfen und im Zweifel direkt über die eingerichtete Hotline Kontakt aufnehmen. Wie groß der tatsächliche Schaden ist, wird sich erst zeigen, wenn die Ermittlungen der Behörden abgeschlossen sind.