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#derimeter: SpaceX glückt Rekord-Börsengang – Elon Musk wird erster Billionär der Welt

#derimeter: SpaceX glückt Rekord-Börsengang – Elon Musk wird erster Billionär der Welt

SpaceX (Symbol: SPCX) ist jetzt offiziell an der Nasdaq gelistet.

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am Freitag den größten Börsengang der Geschichte vollzogen. Mit 75 Milliarden Dollar Emissionserlös und einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar steigt Elon Musk zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar auf.

Der größte Börsengang der Geschichte ist durch: Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat in der Nacht zum Freitag rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar platziert und damit 75 Milliarden Dollar (64,8 Milliarden Euro) eingesammelt [1][2]. Am heutigen Freitag startet die Aktie unter dem Symbol "SPCX" an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq in den Handel. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,77 Billionen Dollar ist SpaceX aus dem Stand mehr wert als der Facebook-Konzern Meta – und katapultiert seinen Gründer Elon Musk in eine neue Dimension des Reichtums: Der 54-Jährige wird zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar, zumindest auf dem Papier, gemessen an seinen Anteilen an SpaceX und dem Elektroautobauer Tesla [2][3].


Der bisherige Rekordhalter, der saudi-arabische Ölkonzern Aramco, hatte bei seinem Börsengang 2019 rund 29 Milliarden Dollar eingenommen – weniger als die Hälfte des SpaceX-Volumens [2].


Ein Börsengang der Superlative


Der IPO wurde von 23 Banken begleitet, die dafür Schätzungen zufolge rund 500 Millionen Dollar an Gebühren erhalten [4]. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hatte in der vergangenen Woche persönlich 350 seiner besten Kunden in die neue Konzernzentrale in New York geladen, um für die SpaceX-Aktie zu werben – mit Elon Musk per Video zugeschaltet. Goldman Sachs stellte Raketen-Attrappen in der Lobby auf, die Bank of America ließ die Spitze ihres Büroturms wie eine startende Rakete illuminieren [4].


Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich: Laut Reuters gab es Orders im Wert von rund 150 Milliarden Dollar – das Doppelte des angestrebten Betrags [4]. SpaceX reservierte 30 Prozent des Aktienkontingents für Privatanleger, ein ungewöhnlich hoher Anteil. Viele davon dürften aus der treuen Tesla-Aktionärsbasis stammen, die nun in ein weiteres Musk-Unternehmen investieren kann [4].


Zusätzliche Kursstütze kommt von institutioneller Seite: SpaceX hat sich von Nasdaq zusichern lassen, bereits 15 Handelstage nach dem Debüt – und damit ungewöhnlich schnell – in den Nasdaq-100-Index aufgenommen zu werden. Indexfonds, die den Nasdaq 100 nachbilden, werden dann automatisch SpaceX-Aktien kaufen müssen [4].


Rote Zahlen, kühne Visionen


Die Geschäftszahlen von SpaceX stehen in krassem Kontrast zur Börsenbewertung. Im Gesamtjahr 2025 verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 fiel das Minus mit 4,28 Milliarden Dollar bei 4,7 Milliarden Dollar Umsatz sogar noch deutlicher aus [2][3].


Hauptgrund für die roten Zahlen sind die immensen Entwicklungskosten der Schwerlastrakete Starship, in die SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar investiert hat. Die Firmenleitung rechnet damit, dass Starship nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr 2026 kommerzielle Flüge absolvieren kann. Die vollständig wiederverwendbare Rakete soll die Kosten für Transporte ins All drastisch senken [2][5].


Geld verdient der Konzern aktuell vor allem mit dem Satelliteninternet-Dienst Starlink. Dieser erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar – rund 61 Prozent des Konzerngesamtumsatzes – und war mit einem bereinigten Ebitda von 7,2 Milliarden Dollar der einzige klar profitable Geschäftsbereich [5]. Ende des ersten Quartals 2026 zählte Starlink 10,3 Millionen Abonnenten. Mit dem Ausbau des Direct-to-Cell-Dienstes, der Mobilfunk ohne terrestrische Infrastruktur ermöglichen soll, prognostizieren Analysten für das laufende Jahr einen Starlink-Umsatz von bis zu 24 Milliarden Dollar [5].


Musk behält die Kontrolle


Trotz des Börsengangs bleibt die Macht im Unternehmen fest bei Musk. Mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent – gesichert durch Aktien mit mehrfachen Stimmrechten – wird er auch nach dem IPO die volle Kontrolle über SpaceX behalten [3].


Anders als bei vielen Börsengängen legte SpaceX den Ausgabepreis von 135 Dollar zudem vorab selbst fest, statt ihn basierend auf Investoren-Feedback innerhalb einer Preisspanne zu ermitteln [3].


Analysten warnen vor überzogener Bewertung


Nicht alle Marktbeobachter teilen die Euphorie. Nicolas Owens von der Analysegruppe Morningstar hält den Ausgabepreis für weit überzogen und beziffert den fairen Wert der Aktie auf lediglich 63 Dollar – weniger als die Hälfte [4]. Die mit dem IPO verbundene Bewertung sei "an das Erreichen kühner Ziele geknüpft", sagte Owens der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). So setze der Preis voraus, dass Starship vollständig wiederverwendbar wird und dass SpaceX seine Pläne für Rechenzentren im Weltall technisch und wirtschaftlich umsetzen kann. "Ich denke, der Kurs wird wahrscheinlich erst einmal steigen. Es gibt viel Optimismus im Markt", räumte Owens allerdings ein [4].


Auch die Bank Morgan Stanley legte Prognosen vor, die aus heutiger Sicht ambitioniert wirken: Demnach soll der SpaceX-Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf rund 160 Milliarden Dollar bis 2028 und auf 3,4 Billionen Dollar bis 2040 steigen [4].


Auftakt zu einem Jahr der Mega-IPOs


Der SpaceX-Börsengang ist nur der Auftakt. Am Montag reichte das KI-Unternehmen OpenAI seinen Börsenprospekt bei der SEC ein, der Wettbewerber Anthropic hatte dies bereits in der Vorwoche getan. Beide wurden in ihren jüngsten Finanzierungsrunden mit annähernd einer Billion Dollar bewertet. Zusammengenommen könnten SpaceX, OpenAI und Anthropic auf eine Marktkapitalisierung von rund vier Billionen Dollar kommen [4].


SpaceX selbst hat sein Geschäftsfeld bereits über Raumfahrt und Satelliten hinaus ausgedehnt: Anfang 2026 wurde xAI – Musks KI-Unternehmen, zu dem auch die Onlineplattform X (ehemals Twitter) gehört – in den Konzern integriert. Musk plant unter anderem Rechenzentren in der Umlaufbahn, die KI-Anwendungen für Unternehmen betreiben sollen. Ob das technisch funktioniert, ist allerdings offen [3][5].


Für den heutigen Handelstag schuf US-Präsident Donald Trump ein günstiges Umfeld: Die überraschende Absage eines angekündigten Militärschlags gegen Iran und die Aussicht auf ein Friedensabkommen sorgten an den Weltbörsen für Kauflaune. Der DAX dürfte mit einem Plus von mehr als 1,5 Prozent eröffnen, in Asien legte der Nikkei um rund vier Prozent zu [1].