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#derimeter: Identiqa schließt die Cyber-Sicherheitslücke im deutschen Mittelstand

#derimeter: Identiqa schließt die Cyber-Sicherheitslücke im deutschen Mittelstand

In den USA ist Identiqa bereits nach nicht mal einem Jahr sehr gefragt. Der Grund: Eine KI, die auch U.S.-Unternehmen zuverlässig schützt.

Das Cybersicherheitsunternehmen Identiqa startet mit seinem KI-gestützten ProtectionGrid-Plattform auf den deutschen Markt. Der Mittelstand soll ohne Herstellerbindung geschützt werden – ab 179 Euro monatlich.

Das globale Cybersicherheitsunternehmen Identiqa hat am 6. Mai 2026 offiziell seinen Markteintritt in Deutschland bekannt gegeben. Unter der neu gegründeten Identiqa Deutschland GmbH will das Unternehmen mit seiner modularen Sicherheitsplattform „ProtectionGrid“ vor allem mittelständische Unternehmen adressieren – ohne langfristige Vertragsbindung und ohne die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. Derzeit werden Büros in Frankfurt und München aufgebaut, parallel entsteht ein Partnernetzwerk im DACH-Raum.


Modular statt monopolistisch


Das Versprechen von Identiqa: Schutz ohne Abhängigkeit. „Der Vendor-Lockin ist kein Nebeneffekt der Cybersicherheitsbranche – er ist ihr Geschäftsmodell“, erklärte Gründer und CEO Daniel Schönland zum Deutschland-Start. „Wer abhängig bleibt, kauft weiter. Wir haben Identiqa gebaut, um dieses Problem zu lösen: offen, modular, ohne versteckte Wechselkosten.“ Das ProtectionGrid integriert sich als Sicherheitsschicht zwischen bestehende Standardlösungen und soll Schutzlücken schließen, die kein einzelner Anbieter allein abdeckt. Die fünf Kernmodule – WebShield, AppShield, MailShield, SecureDomain und WebAuth – decken nach Angaben des Unternehmens die kritischsten Angriffsvektoren ab und sind einzeln oder im Bundle buchbar. Der Einstiegspreis liegt bei 179 Euro monatlich, Mindestlaufzeiten gibt es nicht.


Eigenes KI-Modell Aura als Herzstück


Im Zentrum der Plattform steht das KI-Modell „Aura“, das Netzwerke, Server und Endpunkte in Echtzeit auf Anomalien überwacht. Identiqa zufolge erkennt Aura auch Bedrohungen, die von Standardlösungen übersehen werden. Ergänzend bietet das Unternehmen einen „CISO-as-a-Service“ für Firmen ohne eigene Sicherheitsleitung sowie das Informationsabo „CISO Digital“, über das bei Bedarf ad-hoc Expertise abrufbar ist.


Europäische Datenhoheit als Verkaufsargument


In einer Zeit, in der Datenhoheit zunehmend zum strategischen Faktor wird, setzt Identiqa auf eine rein europäische Architektur: Entwicklung und Betrieb erfolgen vollständig in Europa, das geistige Eigentum liegt in einer europäischen Gesellschaft. Sämtliche Dienste laufen nach Unternehmensangaben unabhängig von US-Hyperscalern, Datentransfers in Drittländer seien ausgeschlossen. Der europäische Hauptsitz befindet sich in Dublin, Irland.


NIS2 als Treiber für den Mittelstand


Den Markteintritt flankiert Identiqa mit Verweis auf die verschärfte Regulierung: Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz ist nach Angaben des Unternehmens seit dem 6. Dezember 2025 ohne Übergangsfrist in Kraft und erfasst rund 29.500 Unternehmen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – die Geschäftsführung haftet persönlich. Die wirtschaftliche Dimension des Themas ist signifkant: Laut Bitkom investierten deutsche Unternehmen 2025 insgesamt 11,1 Milliarden Euro in IT-Sicherheit, für 2026 wird ein Anstieg auf 12,2 Milliarden Euro erwartet. Gleichzeitig beziffert der Verband die jährlichen Schäden durch Cyberangriffe auf rund 178,6 Milliarden Euro.


Einordnung: Frischer Wind in einem konsolidierten Markt


Der deutsche Cybersicherheitsmarkt ist umkämpft und von etablierten US-Anbietern wie CrowdStrike, Palo Alto Networks oder Microsoft geprägt. Identiqas Positionierung als herstellerunabhängige, europäische Alternative könnte vor allem bei Unternehmen verfangen, die im Zuge von NIS2 ihre Sicherheitsarchitektur neu bewerten müssen – und dabei Wert auf digitale Souveränität legen. Allerdings steht das noch junge Unternehmen vor der klassischen Herausforderung eines Markteintritts: Es muss gegen etablierte Wettbewerber mit deutlich größeren Vertriebsapparaten und jahrelang gewachsenen Kunden- und Partnerbeziehungen antreten. Ob das modulare Preismodell und der Lock-in-freie Ansatz ausreichen, um nennenswerte Marktanteile zu gewinnen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen. CEO Schönland ist hingegen optimistisch: "Das ProtectionGrid wird laufend ausgebaut. Unternehmen, die auf uns setzen, werden künftig die sein, die am besten gegen Angriffe geschützt sein werden". Die Produkte von Identiqa sind ab sofort über die Website identiqa.de bestellbar.