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#derimeter: Sechs von zehn Organisationen von materiellen Cyberangriffen betroffen

#derimeter: Sechs von zehn Organisationen von materiellen Cyberangriffen betroffen

Cyberangriffe treffen die Mehrheit der Organisationen – viele fehlt ein durchgängiger Notfallplan (Symbolbild)

Sechs von zehn Organisationen haben in den vergangenen 18 Monaten mindestens einen Cyberangriff mit materiellen Folgen erlebt. Das zeigt eine von TransUnion beauftragte Studie des Analysehauses Forrester Consulting – die zugleich deutliche Lücken bei der Vorbereitung auf solche Vorfälle offenlegt.

Cyberangriffe werden häufiger, störender und für Unternehmen schwerer zu bewältigen. In den vergangenen 18 Monaten erlitten 60 Prozent der befragten Organisationen mindestens einen Angriff mit materiellen Auswirkungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Analysehaus Forrester Consulting im Auftrag des Daten- und Analysekonzerns TransUnion (NYSE: TRU) durchgeführt hat [1].


Die Erhebung basiert auf einer Online-Befragung von 327 Entscheidern ab Direktorenebene in den USA, die Einfluss auf die Incident-Response-Strategie ihres Unternehmens nehmen. Befragt wurden Vertreter von Großunternehmen und Mittelständlern aus den Branchen Energie und Versorger, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Versicherungen, Handel und Telekommunikation. Die Befragung lief von Februar bis März 2026 [1] [2].


Große Lücken bei der Vorbereitung


Die zentrale Erkenntnis der Studie betrifft weniger die Angriffshäufigkeit selbst als die mangelnde Vorbereitung auf die Folgen. So gaben 40 Prozent der Befragten an, dass ihrer Organisation ein durchgängiger Partner für die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen fehle. 37 Prozent verfügten über keinen umfassenden Incident-Response-Plan [1].


Diese Zahlen sind bemerkenswert, weil die Mehrheit der Unternehmen die Notwendigkeit externer Unterstützung grundsätzlich anerkennt: Drei von vier Befragten (76 Prozent) bewerteten eine durchgängige Vorbereitung und Unterstützung bei Sicherheitsvorfällen als „sehr wichtig" oder „kritisch" bei der Auswahl eines Partners [1].


Vertrauen in externe Dienstleister sinkt


Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, bereits mindestens einen externen Dienstleister für die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen zu nutzen. Allerdings bewerteten nur 46 Prozent die Leistung ihres aktuellen Anbieters als „sehr gut" oder „extrem gut". Entsprechend planen 41 Prozent, ihre externen Incident-Response-Anbieter innerhalb der kommenden zwölf Monate neu zu bewerten [1] [2].


Ein wesentliches Hindernis für eine angemessene Vorbereitung ist laut Studie die Kostenfrage: Vor allem Mittelständler mit kleineren Budgets scheuen die Ausgaben für externe Expertise. Die Autoren empfehlen unter anderem, Retainer-Zeiten für proaktive Vorbereitung zu nutzen, organisationsübergreifende Tabletop-Übungen und Krisensimulationen durchzuführen sowie Kommunikationsvorlagen für den Ernstfall vorab zu erstellen [1].


Angriffsarten bleiben im Fokus der Studie offen


Die Studie konzentriert sich auf die Bewältigung von Vorfällen und liefert keine detaillierte Aufschlüsselung der dominierenden Angriffsarten wie Ransomware, Phishing oder Datendiebstahl. Der Fokus liegt stattdessen auf der Frage, wie Organisationen nach einem Angriff reagieren und welche Ressourcen ihnen dafür fehlen [1].


„Die Zeit nach einem Cyberangriff ist sehr chaotisch und komplex, und die meisten Unternehmen können sich darauf nicht allein angemessen vorbereiten", sagte Matt Cullina, Leiter des globalen Cyberversicherungsgeschäfts von TransUnion. „Der richtige Partner kann helfen, den Schaden zu begrenzen und Unternehmen deutlich schneller wieder in den Normalbetrieb zu bringen" [1].


Einordnung: Incident Response als Daueraufgabe


Die Ergebnisse reihen sich in ein Bild ein, das auch andere Erhebungen zeichnen: Cyberangriffe sind für Unternehmen inzwischen ein alltägliches Risiko, während die Vorbereitung auf die Folgen häufig hinterherhinkt. Cullina betont, dass Incident Response als kontinuierlicher Vorbereitungszyklus verstanden werden müsse und nicht als einmaliger Plan. Am besten gewappnet seien Organisationen, die ihre Abläufe regelmäßig testeten und ihre externen Anbieter immer wieder aufs Neue überprüften [1].


Die vollständigen Studienergebnisse will TransUnion am 22. September in einem Webinar unter dem Titel „Close the Incident Response Gap" vorstellen [1]. Für Unternehmen dürfte die zentrale Lehre unabhängig davon gelten: Ein Angriff ist keine Frage des Ob, sondern des Wann – und die Qualität der Vorbereitung entscheidet maßgeblich über das Ausmaß des Schadens.