Die Manchester Airports Group (MAG), Betreiberin der Flughäfen Manchester, London Stansted und East Midlands, hat einen Cyberangriff bestätigt, bei dem Daten von rund 8,7 Millionen Kunden gestohlen wurden. Betroffen sind E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kfz-Kennzeichen und Postleitzahlen aus Park-, Lounge- und Fast-Track-Buchungen sowie WLAN-Anmeldungen – Zahlungsdaten wurden nach Angaben des Konzerns nicht erbeutet.
Die Manchester Airports Group (MAG) ist nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem Unbefugte Daten von rund 8,7 Millionen Kunden erbeutet haben. Der Konzern, der die drei britischen Flughäfen Manchester, London Stansted und East Midlands betreibt, bestätigte den Vorfall am Mittwoch und betonte, dass weder die Passagiersicherheit noch die Luftfahrtsicherheit zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet gewesen seien [1] [2].
Welche Daten betroffen sind
Der Angriff betraf Informationen, die über Parkplatz-, Lounge- und Fast-Track-Buchungen sowie über WLAN-Anmeldungen in den Terminals der drei Flughäfen gesammelt wurden [1]. Nach Angaben der MAG erlangten die Angreifer Zugriff auf E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kfz-Kennzeichen und Postleitzahlen der betroffenen Kunden [2].
Der Großteil der erbeuteten Daten beschränkte sich demnach auf E-Mail-Adressen, die bei der Anmeldung zum kostenlosen Flughafen-WLAN hinterlegt wurden. Detailliertere Angaben wie Fahrzeugkennzeichen stammten aus Buchungen von Parkplätzen, Lounges und Fast-Track-Services [2].
Wichtig für betroffene Kunden: Bank- und Zahlungsdaten sind nach Angaben des Konzerns nicht betroffen. Weder das Unternehmen noch das angegriffene System speichere solche Informationen, hieß es [1] [2].
Lösegeldforderung und Reaktion der MAG
Die MAG teilte der BBC mit, dass die Angreifer ein Lösegeld für die Rückgabe der Daten gefordert hätten. Der Konzern habe die Zahlung verweigert; die Höhe der Forderung wurde nicht genannt [2]. Die Identität der Angreifer sei dem Unternehmen bekannt, die zuständigen Behörden seien informiert worden [2].
Der Konzern gab an, erst am Dienstag von dem Einbruch erfahren und den Zugriff der Angreifer umgehend unterbunden zu haben [2]. Man arbeite mit spezialisierten Cybersicherheitsberatern zusammen und habe die relevanten Behörden benachrichtigt [1]. Die Datenschutzabteilung der MAG koordiniert die Aufarbeitung, um die gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen [1].
Als Vorsichtsmaßnahme hat die MAG den Online-Dienst „Manage My Booking“ vorübergehend gesperrt, während die Untersuchungen laufen [1]. Kunden, deren Buchungen innerhalb der nächsten 72 Stunden liegen und dringende Änderungen vornehmen müssen, wurden an den telefonischen Kundenservice verwiesen – mit dem Hinweis auf möglicherweise längere Wartezeiten [1]. Alle bestehenden Buchungen bleiben gültig und sind von dem Vorfall nicht betroffen [1].
Behörden und Aufsicht eingeschaltet
Das britische Datenschutzamt Information Commissioner's Office (ICO) bestätigte, einen Bericht über den Vorfall von der MAG erhalten zu haben und die Informationen zu prüfen [2]. Betroffene Kunden können auf der ICO-Website Unterstützung zu Datenschutzverletzungen abrufen [2].
Die MAG hat Kunden, die nach ihrer Einschätzung betroffen sind, direkt kontaktiert und rät zur Wachsamkeit gegenüber unerwarteten E-Mails, SMS oder Anrufen. Der Konzern betont, dass er Kunden niemals unaufgefordert um Zahlungsdaten, Bankinformationen oder Passwörter bitten würde, und verweist auf die Leitlinien des National Cyber Security Centre (NCSC) zu Datenpannen [1].
Einordnung: Angriffe auf kritische Infrastruktur nehmen zu
Der Vorfall trifft die britische Luftfahrtbranche in der Hochsaison des Sommerreiseverkehrs. Im vergangenen Jahr flogen nach Angaben des Guardian insgesamt 54 Millionen Passagiere über die drei betroffenen Flughäfen [3]. Der Angriff reiht sich ein in eine Serie von Cyberattacken auf britische Unternehmen und kritische Infrastruktur: Erst im vergangenen Jahr legte ein Angriff auf die Check-in-Software mehrerer europäischer Flughäfen – darunter London-Heathrow – den Betrieb zeitweise lahm [3]. Zudem wurden zuletzt Jaguar Land Rover, Marks & Spencer, Harrods und die Supermarktkette Co-op Ziel von Angriffen [3].
Lauren Wills-Dixon, Partnerin und Leiterin des Datenschutzbereichs bei der Kanzlei Gordons, ordnet das Ausmaß des Vorfalls ein: „Die Größe dieses Angriffs ist bemerkenswert – entscheidend ist nun, wie die Manchester Airports Group im Einklang mit ihrem Cybersicherheitsplan reagiert“ [1]. Sie verweist darauf, dass Flughäfen durch Park-, Lounge- und Fast-Track-Buchungen sowie WLAN-Anmeldungen große Mengen an Kundendaten verarbeiten und mit Airlines und Dritten teilen – was die Angriffsfläche erhöhe [1] [3].
Für betroffene Kunden gilt nach Einschätzung der MAG und der Behörden: wachsam bleiben gegenüber unerwarteten Kontaktversuchen, keine Links oder Anhänge aus unbekannten Quellen öffnen und keine sensiblen Daten preisgeben. Die MAG kündigte an, betroffene Kunden direkt zu informieren und die Aufarbeitung fortzusetzen [1] [2].