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#derimeter: Cyberangriff auf E-Mail-System der Walliser Gemeinde Martigny-Combe

#derimeter: Cyberangriff auf E-Mail-System der Walliser Gemeinde Martigny-Combe

Ein Cyberangriff hat das E-Mail-System der Walliser Gemeinde Martigny-Combe kompromittiert. (Foto: Bertrand Gabioud / Unsplash.com)

Die Walliser Gemeinde Martigny-Combe ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Unbekannte haben sich unbefugt Zugang zum geschäftlichen E-Mail-System des Gemeindesekretariats verschafft und eine betrügerische Nachricht an Kontakte der Verwaltung versendet. Möglicherweise wurden dabei Personendaten offengelegt.

Die Gemeinde Martigny-Combe im Kanton Wallis hat am 18. August einen unbefugten Zugriff auf das geschäftliche E-Mail-System ihres Gemeindesekretariats festgestellt. Wie die Behörden mitteilen, konnte durch den Angriff eine betrügerische Nachricht versendet werden, die unter anderem an Kontakte der Verwaltung verschickt wurde [1]. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ATS wurde der Vorfall am Dienstag entdeckt; die Gemeinde informierte die Öffentlichkeit am Donnerstag [2].


Betrügerische Nachricht und mögliche Datenoffenlegung


Der Vorfall könnte laut Mitteilung der Gemeinde dazu geführt haben, dass in der E-Mail enthaltene Personendaten an einen unbefugten Dritten weitergegeben wurden [1]. Die Verwaltung weist insbesondere auf die Risiken von Phishing und Identitätsdiebstahl hin – vor allem für Personen, die die betrügerische Nachricht erhalten haben [1] [2]. Betroffene Empfänger wurden direkt informiert [2].


Die Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste berichtet unter Berufung auf die Gemeinde, dass bei dem Angriff rund 300 E-Mails mit sensiblen Daten entwendet worden seien; die Attacke selbst reiche bis auf den 10. August zurück [3]. Die Gemeinde selbst spricht bislang lediglich von einem möglichen Datenabfluss und verweist auf eine laufende Analyse.


Sofortige Gegenmaßnahmen


Der betroffene Zugang wurde nach der Feststellung des Vorfalls unmittelbar gesperrt, zudem seien technische Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden [1]. Die Verwaltung führt nun mit Unterstützung externer Spezialisten eine Analyse durch, um das Ausmaß des Sicherheitsvorfalls genau zu ermitteln und die Sicherheit ihrer Systeme zu verstärken [1] [2].


Die Gemeinde hat den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) sowie dem kantonalen Beauftragten für Datenschutz und Transparenz gemeldet [1] [2]. Zudem wird derzeit eine Strafanzeige bei der Walliser Kantonspolizei eingereicht [1] [2]. Personen, die eine verdächtige Nachricht erhalten, die scheinbar vom Gemeindesekretariat stammt, werden aufgefordert, nicht auf enthaltene Links zu klicken und den Vorfall der Verwaltung zu melden [2].


Kommunen im Visier von Cyberkriminellen


Der Fall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Schweizer Gemeinden ein. Erst im April war die Walliser Gemeinde Vétroz von einem Cyberangriff lahmgelegt worden [1]. Das BACS hatte in seinem Halbjahresbericht 2025 beschrieben, auf welche Weise Cyberkriminelle bei Angriffen auf Schweizer Gemeinden vorgehen [1].


Für kleine Verwaltungen sind E-Mail-Konten ein besonders attraktives Ziel: Sie bieten Zugang zu internen Kommunikation, Kontaktdaten und teils sensiblen Personendaten. Der Fall von Martigny-Combe zeigt, wie schnell aus einem einzelnen kompromittierten Zugang eine betrügerische Nachricht an Dritte und ein möglicher Datenabfluss werden können. Die laufende Analyse mit externen Spezialisten dürfte in den kommenden Wochen klären, wie groß der Schaden tatsächlich ist und ob weitere Maßnahmen nötig werden.