Unbekannte Angreifer sind in die IT-Systeme der landeseigenen Berlin Brandenburgischen Wohnungsbaugenossenschaft eingedrungen und haben einzelne Systeme kompromittiert. Ob sensible Daten von Mietern abgeflossen sind, ist nach Angaben des Unternehmens noch unklar – eine forensische Untersuchung läuft.
Die Berlin Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Unautorisierten Personen sei es gelungen, vorübergehend auf Teile der IT-Systeme zuzugreifen, teilte das landeseigene Unternehmen mit. Dabei seien einzelne Systeme kompromittiert worden [1].
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Berliner Institutionen ein, bleibt aber ein eigenständiger Fall: Anders als beim zeitgleichen Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz, bei dem die Gruppe Rhysida rund 1,4 Millionen Datensätze im Darknet veröffentlichte, ist bei der Genossenschaft bislang keine Veröffentlichung von Daten bekannt [2].
Ungewöhnliche Aktivitäten führten zur Entdeckung
Aufgefallen war der Angriff, weil in den IT-Systemen der Genossenschaft ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt wurden. Daraufhin zog das Unternehmen ein Spezialistenteam für IT-Forensik hinzu, um das Ausmaß des Eindringens zu klären [1].
Nach aktuellem Kenntnisstand konnten die Hacker nach Einschätzung der Genossenschaft nicht auf sensible, personenbezogene Daten von Mietern und Mieterinnen zugreifen. Allerdings sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, betonte das Unternehmen. Erst nach deren Abschluss könne belastbar gesagt werden, ob und in welchem Umfang Daten abgerufen oder kopiert wurden [1].
Zur Identität der Angreifer liegen derzeit keine belastbaren Erkenntnisse vor. Zu möglichen Lösegeldforderungen oder Verhandlungen will sich die Genossenschaft aus Sicherheitsgründen und mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern [1].
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Was der Angriff für Mieter bedeutet
Für die Mieterinnen und Mieter der Genossenschaft ist die Lage damit vorerst unklar. Zwar gibt es nach aktuellem Stand keine Hinweise auf einen Abfluss sensibler Daten, doch schließt das Unternehmen einen solchen nicht aus, solange die forensische Prüfung nicht abgeschlossen ist [1].
Wohnungsunternehmen verarbeiten typischerweise eine Vielzahl personenbezogener Daten ihrer Mieter – von Namen und Kontaktdaten über Vertrags- und Zahlungsinformationen bis hin zu Angaben zu Mietverhältnissen. Geraten solche Daten in falsche Hände, drohen Phishing-Angriffe, Identitätsdiebstahl oder betrügerische Zahlungsaufforderungen. Betroffene sollten daher auf ungewöhnliche Kontaktaufnahmen achten und Zahlungsanweisungen nur über die bekannten Wege der Genossenschaft prüfen.
Einordnung: Wohnungswirtschaft zunehmend im Visier
Der Angriff auf die Berlin Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft ist kein Einzelfall. Die Wohnungswirtschaft ist in den vergangenen Jahren verstärkt ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Die Branche verarbeitet große Mengen sensibler Daten, gleichzeitig sind viele Unternehmen bei der IT-Absicherung noch nicht auf dem Niveau großer Konzerne. Phishing, manipulierte Rechnungen und lahmgelegte Systeme zählen zu den häufigsten Angriffsmustern [2].
Für die Genossenschaft steht nun die Aufklärung im Vordergrund. Solange die forensische Untersuchung läuft, bleibt offen, ob die betroffenen Mieter mit konkreten Folgen rechnen müssen. Das Unternehmen hat bislang keine Informationen darüber veröffentlicht, ob und wann betroffene Personen informiert werden sollen. Klarheit dürfte es erst nach Abschluss der Prüfung geben – und davon hängt auch ab, ob die Genossenschaft eine Meldung an die Datenschutzbehörden vornehmen muss, wie sie die Datenschutz-Grundverordnung bei Datenpannen vorsieht.